Hurra, es gibt mal wieder ein Rezept: Angefangen hat es vor langer Zeit bei "Top Kauf", einem kleinen Laden in der Davidstraße hier in St. Pauli. "Pass auf, der macht süchtig!" riet der Verkäufer mit einem diabolischen Grinsen. Er wusste, ich würde wiederkommen.
Nachdem ich ein Vermögen in den so genannten "Couscous-Salat" investiert hatte, beschloss ich, mich einmal selbst daran zu versuchen. Nun habe ich diesen verdammt leckeren Salat schon einige Male gemacht und dank regulierbarer Schärfe ist er nun auch etwas für die ganze Familie. :)
Rockt auch zum Mitbringen auf Parties und dergleichen.
Zutaten für ne ordentliche Schüssel voll (ca. 1,5 kg):
- 500 g feiner Bulgur
- 300 ml Wasser
- 2 Paprika (rot, gelb), fein gewürfelt
- 1 Gurke, geschält, entkernt, fein gewürfelt
- 3 Frühlingszwiebeln, in feinen Ringen
- 1 Bund glatte Petersilie, ohne Stiele, gehackt
- Saft von 2 Zitronen
- 5 EL Salca (vom Türken), Paprika-, Tomatenmark oder eine Mischung (bei mehrfach konzentriertem Tomatenmark bin ich bzgl. der Menge nicht sicher)
- 10 EL Olivenöl
- 1 EL getrocknete Minze
- 3 TL Zucker
- Salz, Pfeffer, Knoblauch
- evtl. Chili
Zubereitung:
- Bulgur mit kochendem Wasser übergießen, umrühren und 20 Minuten abgedeckt quellen lassen.
- Den Bulgur mit einem Löffel auflockern, so dass es keine großen Klumpen mehr gibt.
- Salca (oder Alternativen), Olivenöl und Zitronensaft mit dem Bulgur vermengen bis Homogenität erreicht ist. :D
- Gemüse & Co. unterheben und würzen.
- Fertig!
Eigentlich sollte ja mal wieder ein Rezept folgen, aber ein erfreuliches Ereignis hat sich vorgedrängelt: Zum ersten Mal seit einer Dekade habe ich wieder einen Adventskalender, und zwar einen, der mit veganer Fair-Trade-Bio-Reismilch-Schokolade gefüllt ist.
Gekauft haben wir ihn bei
Bevegend. Großer Dank gilt meiner Mutter, die uns einen Zehner in die Hand drückte, als wir erzählten, dass man dort einen veganen Adventskalender bekommt. (Der für diesen Preis war aber weder fair noch bio.)
Da der Moo Free Adventskalender (den Janina hervorzauberte) nur sagenhafte 5,49 € kostete, konnten wir uns dann zwei holen und so vermeiden, dass Lena und ich uns jeden Morgen um das Stück Schokolade hauen müssen - Glück gehabt! :)
Den Hamburgern, die jetzt zu Bevegend stürmen, aber eigentlich einen weiteren Weg haben, empfehle ich, vielleicht noch mal kurz anzurufen, um zu checken, ob gerade Kalender (von Moo Free) da sind.
Die Frage ob Sojade vegan ist oder nicht wird schon seit langer Zeit diskutiert. Vor allem mangelte es lange Zeit an eindeutigen und damit glaubwürdigen Informationen seitens des französischen Herstellers Triballat Noyal.
Erst in den letzten Monaten wurde meines Wissens vom Hersteller erstmals mit dieser Wortwahl bestätigt, dass Sojade "vegan" sei und die Bakterienkulturen "ausschließlich auf Pflanzen" kultiviert würden. Nach jahrelanger Zeit der Umgehung des Begriffes "vegan" und des Blockens sämtlicher Fragen zu den Nährböden ("Betriebsgeheimnis"), erschien es mir verfrüht diesen neuen aber immer noch spärlichen Angaben Vertrauen zu schenken.
Nachdem ich Triballat in diesen Jahren das Leben schwer gemacht hatte, Portale wie vegan.at und ecoinform.de, die Sojade als vegan bezeichneten, dazu bewogen hatte, ihre Angaben zu hinterfragen, durch meine Initiative u.a. die Eisproduktion der Eisbande in Hamburg nun ohne Sojade stattfand und zu immer mehr konsequenten Veganern die Fraglichkeit der Veganität von Sojade durchdrang, habe ich schließlich Ende Oktober von deutschen Vertrieb für Sojade völlig unerwartet das unten abgebildete Schriftstück erhalten. Da auf meine mehrmaligen Anfragen, ob eine Veröffentlichung gestattet sei, in alter Manier nicht geantwortet wurde, habe ich mich nun entschlossen, es ohne explizite Erlaubnis zu veröffentlichen. *zitter* (UPDATE 15.11.2012: Gut drei Wochen nach meiner Anfrage beim deutschen Vertrieb habe ich nun doch eine Erlaubnis bekommen. Zudem wurde mir gedankt für die "für die Hilfstellung [sic], die [ich] geleistet habe[.], indem [ich] nicht aufgegeben habe[.] und immer wieder nachgefragt habe[.]". Das freut doch und bestätigt mir, dass es wichtig ist nachzubohren, da es den Herstellern helfen kann zu verstehen, worauf es für die Veganität eines Produktes ankommt. :))
Auch wenn in dem Schreiben zu einigen Themen noch immer keine detaillierten Angaben gemacht werden und kleine sprachliche Fehler erneut Interpretationsspielraum ließen, so finde ich die Aussage, dass Sojade für eine vegane Ernährung geeignet sei, überzeugend. Hierzu tragen auch der Nachdruck in dem Schreiben und der Versuch auf Details einzugehen bei ("Nebenprodukte" bezeichnet vermutlich Hilfsstoffe). (Ich könnte aber auch nachvollziehen, wenn einige noch nicht überzeugt sind.)
Ich freue mich sehr über diese positive Nachricht und die Bereicherung, die die dadurch auf dem Markt der veganen Sojajoghurts entsteht (schließlich sind dies in Deutschland ansonsten nur Alpro und (Alpro-)Provamel und vermutlich außerdem Joya in Österreich).
Ein bisschen misstrauisch bin ich dennoch, was die Vergangenheit angeht. Entweder hat Triballat einfach nur festgestellt, dass mit der bisherigen Informationspolitik viele Kunden vergrault werden oder es hat tatsächlich eine Umstellung der Produktion gegeben, die Sojade überhaupt erst vegan gemacht hat und es dem Hersteller somit ermöglichte, endlich klare Worte zu sprechen.
Ich bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben, Sojade zu einer klaren Aussage zu bewegen, die mir Rücken gestärkt haben (denn es gab auch gut Gegenwind), bereichernde Fragen gestellt haben und sich mit mir, auch außerhalb des Blogs, zu dem Thema ausgetauscht haben.
Juhu, es ist vorbei... :) Sojade ist vegan.